Ich bin jetzt offiziell BRAUCHBAR
Am 18.9.2010 habe ich es schriftlich bekommen, ich bin ein brauchbarer Hund.
Bei perfektem Wetter haben wir uns am Samstag mit 4 anderen Hunden im Wald getroffen und durften unter Aufsicht von 3 Prüfern zeigen, ob wir das mit dem Wild geschnallt haben.
Gar nicht so einfach, gerade bei der Schweiß Nachsuche hatten einige doch ziemlich Probleme und das machte die anderen Wartenden sehr nervös. Da ich an diesem Tag der Einzigste war, der die komplette Prüfung ablegte, mussten wir am längsten warten da ich als letztes dran kam.
Also die ganzen Sachen mit der Nase finde ich echt super toll. Nase einmal kurz reingedrückt und schon geht sie los die wilde Fahrt. Einer der Prüfer meinte er nimmt sich, solle er mich nochmals irgendwann bei einer Schweißfährte prüfen, Rollschuhe mit, damit er mir leichter folgen kann.
Also Rück Zuck hab ich das Rehlein gefunden und bin brav daneben sitzen geblieben. Da wir schon miten im Wald waren, durfte ich gleich mit der Hasenschleppe weiter machen. Ging ganz schnell und damit sich Papa richtig freut, hab ich ihm den Hasen direkt in die Hand gegeben. Daraufhin musste ich noch meine Leinenführigkeit im Wald unter Beweis stellen. Bei den Jägern ist das nicht ganz soooo streng wie sonst bei den Retriever Prüfungen und da haben wir auch ne ganz andere Leine, die geht so irgendwie über Kreuz um Papa.
Fast Halbzeit, wir gingen zurück zur Gruppe und Mama hat sich total gefreut als sie Papa mit dem „Bruch“ am Hut hat kommen sehen. Das bedeutet irgendwie, dass ich das Reh gefunden habe und ist ein Geschenk des Prüfers an meinen Papa gewesen.
Auf ging es mit dem Auto an einen anderen Prüfungsort, wo ich als einziger die Federwildschleppe zeigen musste. Quer über die Wiese, mit Abbiegungen wurde der Vogel gezogen und da alle anderen Zugeschaut haben, habe ich das ganz toll gemacht und Papa die Ente direkt in die Hand gegeben – man war der stolz.
Als nächstes folgte so ne Art Schusstest. Da schickte mich Papa einfach so zum Spaß los und ich durfte auf der Wiese rum springen. Als ich weit genug weg war sollte Papa in die Luft schießen und da hab ich gleich mal 3 meiner allerorts bekannten Kängerusprünge gemacht um zu erkennen, wo was gefallen ist – war aber nichts zu sehen. Ich hab dann Papa angeschaut damit er mir sagt wo das Dummy liegt, aber er hat mich zu sich zurückgerufen, was ich auch gleich gemacht habe.
Endlich ging es zum Wasser. Auch hier war ich der Einzigste der dieses Fach ablegte und da ärgern sich die anderen bestimmt ganz arg, denn Wasser ist doch einfach immer wieder toll. 1. Vogel wurde sichtig geworfen und 2. war dann ein Blind. Mit einer tollen Arschbombe bin ich ins Wasser rein, das hat nur so gespritzt nach allen Seiten. Schnell den Vogel gepackt und zurück. Beim 1. Vogel habe ich mir noch gedacht ich könnte den ein wenig behalten, indem ich so neben Papa aus dem Wasser gehe, aber denkste, der ist auf mich zugelaufen und hat mir gesagt ich soll ihn bringen. Erschien mir dann doch ziemlich ernst wie er das sagte und dann hab ich es mir gleich anders überlegt und ihm den Vogel überlassen. Beim 2. habe ich dann diesen Umweg gleich sein lassen und Papa das Teil gleich gegeben – fand er auch echt gut.
Letztes Fach hieß „Standtreiben“ und ist ziemlich lustig. Eine wilde Horde an lärmenden und klopfenden Helfern läuft da im Wald umher, während wir Hunde schön neben unseren Herrchen sitzen müssen. Einer nach dem anderen feuert dann einen Schuss mit seiner Flinte ab und wir müssen immer noch ganz ruhig und gelassen sitzen – haben wir natürlich alle gemacht, wobei ich schon ziemliche Stielaugen gemacht hab um zu sehen, ob nicht doch vielleicht irgendwo ein Dummy für mich geworfen wird..
Ende, das war´s, ich bin brauchbar!
Im Anschluss an die Prüfung sind wir natürlich alle noch schön eingekehrt und haben dort bei Essen und Schnäpschen unsere Urkunden erhalten.
Für den Rest des Tages war bei mir einfach nur noch Schlafen angesagt, denn ich muss schon sagen, diese jagdliche Arbeit strengt mich total an und macht mich richtig schlapp.