Ich bin jetzt ein V-Hund
25. April 2010, ein super heißer Tag in Herzogenaurach und irgendwie lag da so ne Spannung in der Luft.
Wir stehen hier mit dem Womo vor so nem „Hundsplatz“ und nach und nach fährt ein Auto nach dem anderen voll mit Kumpels vor.
Ich dachte eigentlich es geht raus zum Spielen – aber nee, gekämmt wurde ich und Mama meinte, dass ich ganz schön staubig sei und sie versuchen wird, den Dreck mit einem feuchten Handtuch ein wenig weg zu bekommen.
Hey was soll der ganze Zauber? Lasst mich doch so wie ich bin, die Mädels fahren doch auf derbe Typen voll ab.
Nach ner Runde Leinengassi wieder zurück in den Womo-Schwitzkasten bis mich Papa holte und wir beide zu einer Hütte gelaufen sind, wo schon einige Leute da waren.
Eine Frau, die Frau Ting, hatte ein separates Plätzchen vor der Hütte und die war ganz arg lieb. Sie hat mich zwar immer angeschaut aber wenn sie will – bitte.
Ich musste einfach nur hinstehen und die Frau Ting hat mich angetatscht, mir ins Maul geschaut, ist mir durchs Fell gestrichen und lauter so Quatsch. Ziemlich langweilig und ich weiß auch nicht, warum die sich immer wieder hingesetzt hat, ihren Kopf schräg legte nur um dann wieder aufzustehen und mich erneut anzugrabschen - nun ja, Frauen kann man halt als Mann einfach nicht verstehen!
Dann durfte ich mit Papa im Dreieck über die Wiese „traben“. Blöderweise nur 1x und dann musste ich schon wieder hinstehen. Also ich finde wir haben schon bessere Sachen miteinander gemacht aber hilft ja nichts, da muss ich jetzt wohl durch, denn Papa macht gar keine Anstalten als wenn er hier weg wollte.
Achtung, Achtung - jetzt kommt Leben in die Sache. Ich seh gerade einen quer über die Wiese laufen und der hat so schwarze Teile auf den Ohren – die kenne ich ja von Papa wenn der mit mir Jagen geht.
Frau Ting steht auf und jetzt rührt sich was, wir gehen gemeinsam über die Wiese und Papa darf die Leine ab machen. Aus dem Augenwinkeln sehe ich gerade noch, wie Frau Ting den Arm hebt und Peng der Knall kam sofort - ich komme!!!
Vollgas auf den Typen zu, die haben vielleicht geschaut wie schnell ich sein kann. Der Schütze hat gar nicht mehr auf ein Zeichen von Frau Ting gewartet, sondern nur noch ganz schnell 2 x geschossen, aber ich war schneller. Beim letzten Schuss war ich schon bei ihm, so dass er nur noch schräg hinter sich in den Boden schießen konnte – wow Leute, warum nicht gleich so?
Doppelpfiff – ach neee, schon wieder alles vorbei!
Leine dran und nochmals ruhig hinstehen. Frau Ting hat einer jungen Frau dann irgendwas erzählt, was diese fleißig aufgeschrieben hat. Frau Ting gab Papa einiges an Papierzeug und erklärte, dass ich noch etwas stabiler sein könnte – das komme aber noch, da ich ja erst 2,5 Jahre alt sei – und somit hat sie uns ein V gegeben – jetzt scheint es geschafft zu sein.
Was so ein V bedeutet – keine Ahnung -, aber Mama und Papa hat es ganz furchtbar gefreut und sie haben mir versprochen, dass ich so ne langweilige Hinsteh-Veranstaltung nie mehr machen muss – das ist doch ein Wort.
So Leute, jetzt aber nichts wie ab nach Hause. Ich will raus aus der Wärme und noch so richtig toll rumspringen – Tschüss Frau Ting..