Vorwehen Work & Show 2009 in Raisting vom 6. bis 8. November
Jetzt ist es fast so weit, 2. Anlauf in Raisting.
Ich bin ja jetzt 1 Jahr älter, habe viel dazu gelernt und bin auch ein wenig ruhiger geworden.
Was sich nicht geändert hat ist mein Hang zu Dummys, aber dies ist ja bei so einer Veranstaltung nur gut und so werden ich und mein Freund Mio denen mal zeigen was wir so drauf haben.
Anscheinend habe ich letztes Jahr einen bleibenden Eindruck in Raisting hinterlassen, denn Mio Mama wurde letzten Samstag beim Wesenstest doch tatsächlich von Frau Alhäuser angesprochen, ob ich – Coffee – denn immer noch so lebhaft sei.
Na ja, scheint so, als hätte ich da letztes Jahr ein wenig übertrieben mit meinem Eifer, aber ich werde versuchen das dieses Jahr wieder ins Lot zu rücken.
Ach ja, wer Frau Alhäuser nicht kennt, Frau Alhäuser hatte letztes Jahr (2008) die Sonderleitung beim Work & Show in Raisting gehabt und macht ganz viel im Süddeutschen Raum für den DRC.
6. bis 8. November war es wieder so weit – Work & Show 2009 in Raisting
Mensch das ist ne feine Sache. Am Donnerstag ging es mit dem Wohnmobil nach Raisting und hier haben
wir erst mal eine ganz gemütliche Nacht miteinander verbracht. Das ist immer besonders schön, denn nur wenn wir weg sind kann ich bei meinem Papa schlafen und ihn in der Früh wenn ich wach bin ihn so richtig herzhaft wach-schlecken.
Freitag 9:00 Uhr - Dummy Seminar
Am Freitag morgen ging es dann so richtig los - Training mit der Richterin Roslyn Bellamy aus England.
Die „Roz“ war super lieb und hatte dir Ruhe weg – was sich am nächsten Tag (Samstag) noch so richtig zeigen sollte.
Zunächst wurden wir in 2 Gruppen eingeteilt, Anfänger – wo ich drin war – und Fortgeschrittene. Mio, mein Trainingskumpel war mit mir zusammen in derselben Gruppe und entdeckte ich auch die hübsche Leni, die letztes Jahr auch schon mit von der Partie war.
Bis Mittag haben wir viele tolle aber auch anstrengende Übungen gemacht und nach der Mittagspause ging es dann noch weiter bis ca. 15:00 Uhr. Vormittags konnte ich mich gut konzentrieren und habe es dadurch auch ganz gut geschafft die Dummys zu Herrchen zurück zu bringen. Am Nachmittag sah das Ganze dann ganz anders aus, ich wollte einfach nicht mehr arbeiten sondern Spaß haben. Die, die mich kennen wissen ja was das bedeutet. Dummy so schnell als möglich holen, dann ordnungsgemäßes Rückbringen antäuschen und kurz vor Ankunft abdrehen und losrocken. Hat ein paar Mal auch super funktioniert, doch dann hat die Rosy dem Rainer einen Tipp gegeben. Springt der doch tatsächlich unmittelbar nach mir auch auf den Dummy los. So was hat er ja noch nie gemacht und obwohl ich schneller war, hat mich das dann letztendlich doch so durcheinander gebracht, dass ich aus meiner Fassungslosigkeit heraus den Dummy ordentlich übergeben habe, na wartet mal – ich hab das schon kappiert und oft macht ihr das nicht mit mir!
Als das Training beendet wurde war ich ziemlich froh darüber, denn meine Birne war total leer und ich wollte nur noch Schlafen. Anscheinend ging das aber nicht nur mir so, denn als wir alle wieder im Womo waren haben wir uns alle drei erst mal für 1,5 Stunden abgelegt und erholt.
Samstag 8:00 Uhr - Work
Heute hieß es früh aufstehen, Gassi gehen, Essen, Sachen herrichten und losmarschieren zum Wettkampfort. Wir waren alle freudig erregt und zur Erleichterung von Rainer und Claudia habe ich heute Morgen gleich einen großen Haufen gemacht und gut ne Stunde später gleich nochmals – ich konnte es genau hören wie Claudia sagte „also diesmal ist der Kelch an uns vorüber gegangen und Coffee wird bestimmt nicht während der Aufgabe müssen“. Also dass einem so ein Versehen so nachhängt hätte ich nicht gedacht, aber wenn ich ehrlich bin, bin auch ich froh, dass das erledigt ist, denn mir war das letztes Jahr ja auch ziemlich peinlich.
Auf unseren Startunterlagen stand eine dicke 1 drauf, was bedeutet, wir sind als aller erstes dran. Rainer hat mich noch eingelaufen und Claudia hat unser Tageslager aufgeschlagen und schon ging´s los „Number one, please“.
Die Übung war eigentlich nicht schwer. Fuß gehen, sitzen, Papa wirft Dummy, umdrehen, zurück laufen, drehen, wieder hinsetzen und das Ding dann holen und zurück bringen. Hat alles so weit ganz gut geklappt bis aufs zurück bringen. Da wollte ich doch für alle Beteiligten und Zuschauer gleich mal einen lustigen Tag einläuten und bin voller Freude mit dem Dummy auf und ab und auf und ab und auf und ab gelaufen. Die Roz hat gelacht und zu meinem Papa gesagt „look, what fun he has, stay cool, you can´t do anything now“. Also haben die beiden fein gewartet, bis ich wieder zu ihnen gekommen bin und dann ging es in der Aufgabe weiter. Nochmals Fuß laufen, hinsetzen, warten und dann mit BACK nach hinten laufen um dort den Dummy zu holen. War jetzt nicht so toll und wie ich das gemacht hatte aber da die Roz mich ja vom Vortag aus dem Training schon kannte, hat zu Rainer gesagt sie wolle uns nochmals sehen und ruft uns als letztes erneut auf. In der Zwischenzeit sind wir beide zur Beruhigung ein wenig gelaufen und dann ging das Spiel nochmals von Vorne los und war dann auch schon ein bischen besser.
Als nächste Aufgabe hatten wir ein langes „Mark“ und hier war ich eigentlich ganz gut. Habe fleißig gesucht aber leider konnte ich das Dummy nicht finden. Rainer hat mir dann den Sitzpfiff gegeben und wollte mich nach Rechts einweisen, doch der Richter meinte er solle mich zurück rufen, da durch den herabkommenden Nebel momentan die Hunde alle erhebliche Probleme mit dem Finden haben, da diese Bedingungen sehr schwer für die Nase sind. Also bin ich sofort nach dem Rückpfiff zu Papa zurück und hab mich ordnungsgemäß gleich links neben in gesetzt. Schade, ich glaub ich hätte den Dummy schon noch gefunden aber ansonsten habe ich alle Befehle super ausgeführt. War trotzdem dann leider ein „0“-Runde.
Weiter ging es nun mit einem Apport über einen kleinen Bach – ganz mein Ding. Ohne Zögern bin ich durchs Wasser, hab den Dummy geholt und auch ganz schnell zur Rainer zurück gebracht – Mensch hat der sich gefreut. Vor lauter Arbeiten habe ich nicht ein mal mehr mitbekommen, dass direkt daneben ein Auto mit Hänger vorfuhr, 2 Leute ausgestiegen sind und beschlossen haben hier nun in den Wald zu gehen um einen Baum zu fällen. Na ja, Gefällt haben sie natürlich erst als wir von der Gefahrenstelle weg waren, aber dadurch gab es nach mir gleich eine Zwangspause für alle weiteren Starter bis die beiden mit ihrem Baum fertig waren.
Schon ging es weiter zu unserer letzten Aufgabe. Ein „Mark" Richtung Baum, gefolgt von einem "Blind" gleich im Anschluss an derselben Fallstelle. Das hat eigentlich ganz gut angefangen. Ich bin raus, habe den Dummy gepackt und war schon gut auf dem Rückweg bis ein verführerischer Duft in meine Nase stieg. Also umdrehen, Dummy ablegen und mal genauer schauen was hier so fein richt. Es war der Kackhaufen eines anderen Hundes, denn dem ist dasselbe wie mir letztes Jahr passiert. Der hat auch während der Prüfung so dringend aufs Klo müssen und halt einfach im Arbeitsbereich gemacht. Problem war nur, dass der Besitzer den Haufen nicht mehr gefunden hat und somit nicht wegmachen konnte – so was ist aber für meine Nase kein Problem, einfach nur auf mich warten, ich find so was schon.
Ich hab den Dummy dann zwar nach Aufforderung wieder genommen und zurück gebracht, aber war halt schon ein großer Fehler von mir. Den "Blind" habe ich dann noch geholt und schwub´s war meine letzte Aufgabe schon vorbei.
Jetzt kommt endlich die Sonne raus und wir schauen gemeinsam noch der Anfängerklasse zu wie die das so machen. Die hatten im Prinzip die gleichen Aufgaben zu lösen, wobei hier aber die Entfernungen größer waren und die Dummys schon schwieriger im hohen Gras lagen.
Alles in allem war es ein super schöner Tag, auch wenn ich das Reinkommen wieder mal versemmelt habe.
Nun ja, Übung macht den Meister und wir alle sind nun hoch motiviert dieses Problem endlich in den Griff zu bekommen.
Sonntag 10:00 Uhr – Show - in Weilheim
Heute konnten wir endlich mal länger schlafen, da wir erst mit Startnummer 46 dran sind und ein gemütlicher Spaziergang war auch noch drin. Im Anschluss daran wurde ich noch einmal kräftig durchgekämmt damit der letzte Dreck von Gestern aus meinem Fell raus geht und erstaunlicher Weise ist hierbei auch meine „Antenne“ fast raus gegangen. Ich hab doch seit längerer Zeit hinten am Ende vom Rücken eine kleine aber hartnäckige „Haar-Antenne“ hoch stehen, die selbst wenn ich aus dem Wasser kam immer noch so lustig hervor spitzte – nun ist sie fast weg.
Papa findet das mit der Show total blöd, dieses Rumlaufen und Hund hinstellen, aber dafür hat er es doch ganz toll gemacht und ich habe ihn damit belohnt, dass ich bei der Begutachtung ganz ruhig Stehen geblieben bin und meine Kopf schön nach oben gehoben habe.
Beurteilung des englischen Richters David Bellamy
„Tripple A“ (AAA) / "Excellent" / Vorzüglich V1
Toll dass wir beiden Helden natürlich erst mal nicht wussten was "Tripple A" bedeutet und Papa sagte nur es kann nicht schlecht sein, denn er kennt die Bezeichnung „Tripple A“ nur aus dem Finanzsektor und hier bedeutet dies höchste Bonität. Die Züchterin von Mio, meinem Flat Kumpel, erklärt uns dass „Tripple A“ ein „Vorzüglich“ ist und gerade eben haben wir noch die Erklärung für den Eintrag V1 bekommen. Die Auszeichnung Vorzüglich (= excellent) wird auch noch in 3 weitere Stufen unterteilt von V1 bis V3, wobei V1 die beste Einstufung ist die man bekommen kann – also damit habe ich doch nun den gestrigen Tag voll rausgerissen oder, besser geht’s nicht mehr!
Ich hab übrigens ein tolles Geschenk bekommen, eine große Dose mit Leckerle und noch so eine blaue Rosette, doch die kann Papa behalten damit er auch was hat.
Jetzt hätte ich es fast vergessen, Papa musste mit mir doch tatsächlich noch 2 weitere Male in den Ring steigen. Zunächst ging es um den besten Labrador Rüden – ich – und danach um „best of breed“, da habe ich aber der zauberhaften weißen Lady den Vortritt gelassen – ganz Gentlemen eben.
Papa freut sich auch ganz arg und strahlt über beide Ohren, wobei ich aber vermute, dass er schlicht und ergreifend froh ist, dass er jetzt nicht mehr mit mir bei solchen Shows im Kreis laufen muss. Naja wer weiß …
Bevor wir nun die Heimfahrt antraten haben wir noch Mio-Mama angerufen, da Sie und Mio ja noch gar nicht wussten, wie sie am Workingday abgeschnitten haben. Der Mio war echt super, hat 60 Punkte gemacht und mit „gut“ bestanden – da kann ich nur noch von Herzen gratulieren und mir Mio als Vorbild fürs nächste Jahr nehmen.
Bis es wieder so weit ist, werden Mio und ich fleißig trainieren.
Montag – wieder daheim – ein Nachtrag
Au wei, au wei; heute am Montag lag ich so gemütlich im Büro und hab geschlafen aber natürlich zugehört was meine Chefs so reden. Da gab´s mehrere Telefonate mit Trainern… Die planen jetzt scheinbar wirklich ernsthaft das Rumgehampel von mir in effektive Retrieverarbeit umzulenken. JA ich bin dabei! Hoffentlich erschrickt Papa dann auch nicht - wenn ich auch Vollgas zu ihm zurück apportiere.
Juuhuu Raisting 2010 wir kommen