Jörg Brach 2009 - Seminar
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Mein Ausflug - und warum meine Ohren jetzt ein Stückchen länger sind


8. bis 9. Oktober 2009: Wow, das ist ganz nach meinem Geschmack. Am Donnerstag war irgendwie so ein ständiges hin und her – vom Haus zum Auto und wieder ins Haus zurück. Das bedeutet immer „Aufpassen“, denn oft endet dies damit, dass Oma kommt und meine Eltern weg fahren – ohne mich!

Auch heute scheint es wieder so zu sein, denn eben habe ich Oma in den Hof fahren sehen.  Jetzt heißt es „immer an den Fersen kleben“ und sie ja nicht „aus den Augen“ lassen.

Hat funktioniert, diesmal bin ich mit dabei und ich hab´s mir im Womo gleich bequem gemacht und die ganze Fahrt über geschlafen. Als ich aufwachte war es schon Dunkel und wir waren auf einem kleinen Parkplatz irgendwo in der Nähe von Rosenheim im Wald. Nach einem kurzen Spaziergang war ich dann ganz alleine im Auto, da meine Eltern noch zum Essen gegangen sind, aber so was macht mir nichts aus, da penne ich einfach bis sie wieder kommen. Toll an Fahrten mit dem Womo ist, dass mein Papa unten bei mir schläft und ich ihn dann am Morgen mit einem nassen und hingebungsvollen Schlecker wecken kann.

Nanu, was jetzt? Irgendwie wird es in dieser Einsamkeit immer lauter. Autos kommen und ich höre Menschen reden und lachen, na wenn das nicht viel versprechend ist. Kurz darauf ging es dann auch wirklich nochmals mit dem Auto los und nach kurzer Fahrt klärte sich der Trubel auch für mich auf. Alle Autos sind mit uns gefahren und in jedem Auto waren Kumpels drin. Gekannt habe ich die zwar nicht, aber das ist ja das schöne wenn man weg fährt, man lernt immer jemanden kennen. Wow, hast du so was schon gesehen, in dem Auto sind doch wirklich 8 Hunde drin auf 2 Etagen – ist ja lässig.

Leine an - und los geht´s. Wir 8 Hunde mit Herrchen stehen in einem Kreis und ein Mann spricht. Wer ist denn das? Den kenn ich noch nicht. Aha, Jörg Brach, jetzt dämmert es mir so langsam – zu langsam, denn als ich ihn freudig begrüßen und hierfür an ihm hochspringen wollte hat er mir mit freundlicher aber doch bestimmter Stimme gesagt „das wollen wir doch gar nicht“.

Na da sehe ich ja noch einigen Klärungsbedarf zwischen Jörg und mir, denn ich glaube Jörg hat keine Ahnung was ich so will und was nicht, aber darauf komme ich später zurück.

Jetzt ging´s erst mal los. 4 Hunde in der Line und Jörg hat Dummys geworfen. Einer von uns durfte dann immer  2 Meter aus der Line raus und den Dummy holen – hab ich ganz gut gemacht. Danach kamen neue Aufgaben. Markierungen und Blinds verbunden mit ruhigem Sitzen, entgegen gesetztem Laufen nach dem Fall der Markierung, Sitzen bleiben bis Herrchen über das abgemähte Maisfeld an eine andere Fahne gelaufen ist, heran pfeife von Herrchen und dann endlich Dummy holen.

Gleich beim ersten mal habe ich die Chance ergriffen um mich bei den anderen Kumpels vorzustellen. Zunächst dachte ich mein Chef und Jörg freut sich auch über diese Idee, denn sie sind mir ganz ruhig gefolgt und haben mich schon fast spielerisch aufgefordert zu ihnen zukommen – Fehler – Fehler – Fehler. Zieht mein Chef mich doch tatsächlich an meinen Ohren. Doch damit nicht genug, mit strenger Stimme hat er mir gesagt, dass das nicht geht und ich hier bin um zu arbeiten. Ich hab da im Moment schon kurz überlegt aber gleichzeitig zur Beruhigung von meinem Chef  die ganze Zeit über immer mit meinem Schwanz gewedelt. Genutzt hat dies aber nicht viel. 

Ab dem Moment habe ich mich total zusammen gerissen und hab die Dummys ordentlich getragen und rein gebracht. Einmal war ich ganz arg in der Versuchung mal kurz an so ner Pieselstelle von nem tollen Mädchen an zu halten, aber da kam dann von links außen (Chef) so ein NEIN und da dachte ich mir „lass es lieber sein“.

Jörg hat meine Mama gegen Mittag gefragt, wo ich den her komme. Als sie den Namen meines Papas nannte "Barney von Lühlsbusch", meinte Jörg nur AHA, die Lühlsbuscher sind meist beratungsresistent. Da ist Mama das Gesicht erst mal eingefroren, aber Jörg meinte dann "wenn sie´s mal kapiert haben, dann ist das für immer drin", na da haben wir ja alle noch Hoffnung.

Jörg kannte auch meinen Opa den Sesam von Lühlsbusch und den hat er mal gesehen, wie er über einen 1,6 Meter hohen Zaun in ein Wildschweingatter gesprungen ist um dort die Wildschweine zu stellen. Zum Glück bin ich keine solche Rampensau und hab da doch vieles von meiner deutlich ruhigeren Mama mitbekommen.

Nicht dass ihr denkt das war alles mit Druck und Schimpfe – neee, wir hatten alle miteinander ganz viel Spaß und Rainer war die Freude über meine tolle Arbeit richtig anzusehen – sein Lächeln war wie einbetoniert.

Wir haben auch 2-mal eine Welle bekommen – initiiert von Jörg, denn ich war der, der eine Übung mit Markierung, Blind, Weglaufen und her pfeifen ohne Leine schön Fuß gemacht hat.
Ja man muss denen halt mal zeigen wo der Hammer hängt und da hab ich dann gleich noch einen drauf gesetzt und den anderen Jungs und Mädles mal gezeigt, wie das mit dem Stopppfiff  und dem Kommando back geht – glaube damit hat Jörg auch nicht gerechnet. Aber wie ich schon immer sagte, nicht nur ich muss lernen, sondern Herrchen auch und gerade hier muss Rainer noch einiges in Sachen Handzeichen nachholen.

Viel zu schnell ging der tolle Tag vorbei und dann hieß es Abschied nehmen bis zum nächsten Mal. So wie ich das sehe, werden wir 2010 die komplette Seminarreihe mitmachen und wir dürfen dann auch gleich bei den Anfängern starten und müssen nicht nochmals in die Einsteigerklasse.

Die Heimfahrt war so richtig erholsam. Ich bin gleich tief und fest eingeschlafen, habe von Pfeifen, Rennen und Dummys geträumt und freu mich schon auf das nächste Mal.
 

     
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